ans Ende der Welt (der österreichischen)

Brunello-„Bibel” eingetroffen!

Heute ist die neue Brunello-Bibel „Brunello in the heart” bei mir eingetroffen, und ich schicke ein herzliches MILLE GRAZIE an Maria Grazia Iannucci vom Consorzio del Brunello di Montalcino, die mir das Buch „um meine Verdienste am Brunello in den letzten 30 Jahren” zukommen ließ.

Das 400 Seiten umfassende und auf 4.000 Stück limitierte Werk listet über 200 Winzer in Portraits mit vielen hundert Fotos und ist nicht im Handel erhältlich. In kurzen Geschichten erfährt man zb dass Francesco Illy auf seinem Bio-Gut „Podere Le Ripi” den dichtest bepflanzten Weingarten der Welt mit 62.500 Stöcken pro Hektar ausgepflanzt hat. Er nennt ihn Bonsai, so wie den Wein daraus. Das Ergebnis sollte man ebenso wie seinen Kult-Brunello „Lupi e Sirene” studieren ... zum Niederknien und Weinen!

kurz vor dem Ende der Welt (der österreichischen)

Am 31.5. konnte ich ein weiteres meiner Lieblingsweingüter ansteuern, und wieder ging es in den „Seewinkel”, diesmal allerdings „nur” nach Mönchhof, aber doch wieder „hinter den 7 Bergen, bei den 7 Zwergen” - oder besser „bei den 7 Riesen”, gehört ja auch die Familie Pöckl mit weit über 30 Hektar  längst zu den ganz großen Betrieben im Lande, und da halt vor allem auch im Seewinkel.

Bei für die Gegend untypischem Schnürlregen biege ich wenige Kilometer nach Gols zum ebenfalls sehr modernen Betrieb der Pöckls direkt in die Weingärten ab, unangemeldet werde ich von der charmanten Chefin Theresa herzlich empfangen. Wir haben auch sofort einen Draht zueinander gefunden und „ratschen” wie alte Bekannte. Auch im Hause Pöckl ist die Palette beeindruckend, hier aber konzentriert man sich voll auf ROT (wie bei Iby in Horitschon). Nach Zweigelt, Blaufränkisch und St.Laurent Classique sticht sofort der riesige Unterschied in der Stilistik zum nur wenige Kilometer entfernten Scheiblhofer hervor. Wo die Scheibi-Weine mit einem wuchtigen Vorschlaghammer „Wumms” machen (was ich persönlich sehr schätze!) umgarnen einen die Gewächse der Pöckls mit einer fragilen Eleganz, und fast schüchterner Verschlossenheit. Sehr beeindruckend, was auf selbem Terroir mit vermutlich ähnlich gepflegtem Traubenmaterial in der Stilistik für Unterschiede möglich sind, und das ist auch der große Bonus der heimischen Winzer! Wein trinken in tu felix Austria wird eben nie langweilig.

Im Top-Segemnet überzeugen mich einmal mehr „Rosso e Nero” und das Flagschiff des Hauses, der legendäre „Admiral” (Falstaff Sieger 2005) Auch einen „Falstaff Winzer des Jahres” (2004) hat man neben extrem vielen anderen Falstaff-Siegen bereits nach Mönchhof geholt, aber auch  „GaultMilau”, „A la Carte” und andere Medien überhäufen die Pöckls immer wieder mit Bestnoten, und das wirklich wohlverdient!

 

Kellermeister Rene arbeitet ohne Hokus Pokus, eben wie es sich gehört, und belohnt die Konsumenten mit äusserst langlebigen Juwelen, ein Admiral ist gut und gern für 20 Jahre lagerfähig

das große Staunen

Am Dienstag 22.5.2012, nachdem ich meine Sauerstoff-Flaschen gefüllt, Zusatztanks montiert und das Notbiwak gepackt hatte, wagte ich mich endlich an die Expedition zu einer der letzten weißen Flecken auf meiner persönlichen Österreich-Karte - in den sagenumwobenen Seewinkel, genauer nach Andau, noch genauer zum Weingut Scheiblhofer!

Scheiblhofer - oft getrunken, und eben nie besucht, und jetzt steh ich da ... was soll man sagen? WOW ... mehr bräuchte man eigentlich nicht zu sagen, was soll man denn auch wirklich sagen? Was? Zu einem Weingut dessen Juniorchef die website des Hauses mit „Gimme Shelter” von den Rolling Stones als Begrüßungsmusik ausstattet! Zu einem Weingut, dessen Seniorchefin ebenfalls die Stones als Klingelton am Mobilfon installiert hat, und die - HUT AB - echter bekennender Stones Fan ist, nix gefaked! Was man dazu sagen soll? Wenn man vor diesem UFO von „winery” steht und die Stones klingeln hört, und nach dem Weinkosten auch noch die Engel singen hört? Man sagt schlicht: SCHEISS MICH AN! (diverse „Falstaff”-Siege und andere höchste Auszeichnungen seien nur am Rande erwähnt)

 

Ich habe echt schon viel gesehen am Sektor „moderne Weingüter”, den tollen Umbau der Ibys, den gewaltigen Neubau der Pfneisls, die „state of the art winery” der Heinrichs, den superschönen neuen Betrieb von Markus Iro, moderne Häuser in Australien usw. aber dieses Ding in Andau ist anders, schräg, riesig, halt WOW ... herzlich wird man vom vorbeieilenden Juniorchef Erich begrüßt, und von einer kompetenten Mitarbeiterin in wenigen Sekunden völlig unkompliziert eingewiesen doch selbst zu verkosten „do san de Glasln, do san de Floschn, vü Spaas!”

Na Prost Mahlzeit, es ist ja erst mittags, naja, Wurscht ... und los gehts ... die Produktpalette ist allerdings zu groß um wirklich durch alles zu „fliegen”, also Konzentration auf das „Wesentliche” immerhin noch 9 Weine. Zwischenzeitlich schüttelt auch die Seniorchefin die Hände, im Hintergrund fahren diverse Gabelstapler durch die Hallen, alles sehr offen hier, man zeigt gerne, dass hier wirkliches big business läuft, können sie auch die Scheiblhofers, haben ja auch viele Freunde ... bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft und Politik, auch der Bundespräsi trinkt ihre Tropfen und schaut gerne mal persönlich vorbei, und selbst unser neuer Kaiser bekennt sich zu den Scheiblhoferschen Drogen!

Ein Kommen und Gehen im Verkostungsraum, nicht schlecht für einen Dienstag Mittag, und vor allem hat beim Gehen jeder eine Rodel, oder ein größeres Wagerl zum Auto zu schieben um diverse erworbene Kisten zu laden, und wenn ich nicht noch vor gehabt hätte, in Neusiedl beim „Atelier des Südens” große marokkanische Terrakotta-Töpfe zu kaufen, wäre mein ganzes Budget in der Scheibl-Kassa gelandet. So musste ich geizen und mich mit „nur” drei Kisten begnügen, mein Favorit des Tages war der Zweigelt Prädium, superlässiger Trunk von WELTKLASSE! Es folgte noch ein kurzer Entdeckungsgang durch diverse Verkosträume, Dachterrassen etc., und dann mußten wir weiter, ausserdem warteten meine drei Hunde auf ihren Spaziergang durch die Weingärten.

Meine lieben Scheibis, Ihr seht mich bald wieder

„do san de Glasln, do san de Floschn, vü Spaas!”

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Neueste Kommentare

23.08 | 21:30

Gratuliere!! Allesamt wunderbare Weine!

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28.06 | 13:15

Mein Lieblings-Weingut ist Fattoi. Super schöner Brunello und super nette Leute. Im Oktober bin ich wieder da.

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28.06 | 13:12

Hallo Hasi,
ich habe unser Womo wieder mit Vino vollgeladen.30 Kisten v. Baricci,Le Potazzine,Piccolomini,Ten.di Sesta,Fattoi,Lisini,Biondi Santi+Poggio di Sott

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26.05 | 14:16

Das ist es wohl: das Leben voll auskosten, weil es durch nichts anderes ersetzt werden kann. Hingabe an das Schöne, der Brunello als Gottesbeweis für Agnostiker

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