Köpfe, Charaktere, Stars und Bodenhaftung

Die Familie Guerrini des winzigen Spitzen-Betriebs „Il Paradiso di Manfredi” in Montalcino
Vasco Sasettis Pecorino ist ebenso Kult wie seine Brunello
Francesca und Margherita vom Gut Campi di Fonterenza bei ihrer Olivenernte
Nello Baricci, 92-jähriger Winzer-Guru aus Montalcino

Brunello di Montalcino - Der Rat der Weisen

Gianfranco Soldera

... es gibt sie noch, die „richtigen” Männer, die den „richtigen” Brunello keltern (und vielleicht auch Pitralon nehmen), einige von ihnen und ihre Weingüter möchte ich hier in Stichworten vorstellen. Sie sind seit langer Zeit in Montalcino, die meisten von ihnen hier geboren und halten an der Tradition fest, wie sie von der Familie Biondi Santi auf der Tenuta Greppo festgeschrieben wurde, und das hat schon seine Richtigkeit, nicht umsonst sind Brunello dieser Weingüter für viele Jahrzehnte lagerfähig! Auch die Brunello neueren Stils haben ihre Berechtigung und auch ihre Fans, ich werde auch von ihnen einige Top-Winzer und Winzerinnen  hier vorstellen, aber es sind zum Teil sehr beliebige Weine darunter, die genau so gut in Kalifornien, Spanien oder in Australien, vielleicht sogar im Burgenland entstanden sein könnten. Einen „old school” Brunello erkennt man aber 200 km gegen den Wind sofort heraus, es ist eben ein unverwechselbarer Wein der absoluten Königsklasse.

Wie emotional die „Zuagrasten” (= Zugereisten) mit ihren Barriques, Parker-Punktewertungen und ihrer Ungeduld in Montalcino von den angestammten Winzern gesehen werden, verdeutlichen diese wunderschönen Zeilen von Bruno Fabbri des Weinguts „Le Presi”: „I come from people that know the meaning of respect and sweat. My people look straight into the eyes.
My people don’t use trick or take shortcuts. My people know the value of all the small things in life.
The roots of my people belong to the country. We are the flavour of our country and we are proud of it.
We welcome people, we shake hands with trust. We make a promise with a look in the eye and we keep that promise.
My wine is ancient, not old. Technology is a help and not just an excuse good enough to turn the tables. I only know what Sangiovese Grosso is.
The word barrique doesn’t mean anything to me. I am not interested.
I quite easily daydream when I look at the sky and touch my land. At night I fall asleep because I’m tired.
I consider my labour as an ingredient, as a prize.
I don’t fear the rain and I don’t fear the sun as both will become life in my grapes and character in my wine, just as photos of a gone by year. Just as memories in my diary.
My walls are strong because my father built strong foundations.
I move slowly because I’m endowed with patience. Because I respect the work of time and of the big oak that embraces my wine and adds strength to it.
I worship the importance of the glass that embraces every single sip offered to you. ”

IL PARADISO DI MANFREDI

Wie könnte ich über Montalcinos Weinbauern schreiben, ohne den Mann zu erwähnen, dessen Wein meine Begeisterung für Brunello für immer besiegelte, nämlich FLORIO GUERRINI. Sein 1985-er Brunello war es, dem ich vor 27 Jahren mit Haut und Haar verfallen bin.

Sein Schwiegervater Manfredi Martini, zu dessen Ehren das Gut nach seinem Tod 1983 auch benannt wurde, arbeitete viele Jahre für die Biondi Santis, und erwarb mit seiner Frau Fortunata in den 1950ern den winzigen Bauernhof Il Paradiso. Mit viel Erfahrung im Weinbau war er es auch, der 1967 mit 25 anderen Winzern das „Consorzio del Vino Brunello” gründete. Sein Wissen um die strikte Weinbautradition, welches er sich auf der Tenuta Greppo angeeignet hatte, gab er an seine Tochter Rosella und ihren Mann Florio weiter, die ihrerseits bereits ihre beiden Töchter in die hohe Kunst des traditionellen Brunello einweihten. Auf „Il Paradiso di Manfredi” verzichtet man zu 100% auf Herbizide, Pestizide und Dünger, baut die Weine für 40 Monate in großen slawonischen Eichenfässern, den sogenannten „Botti” aus (in Montalcinos Kellereien kommen verschiedene „Botte” mit 20 bis 200 Hektoliter Fassungsvermögen zum Einsatz), und gehört so Jahr für Jahr zu den allerbesten Brunello-Erzeugern des Gebiets. Bei nur 7.000 Flaschen Jahresproduktion können die Guerrinis mit ruhigem Gewissen auf sämtlichen Presserummel verzichten, und werden somit auch von anerkannten und selbsternannten Weinpäpsten, Kritikern und anderen „wichtigen” Menschen nur periphär wahr genommen. Richtige Insider wie Kerin O`Keefe verneigen sich allerdings ehrfurchtsvoll vor „Il Paradiso di Manfredi”, und zählen die bis zu 40 Jahre lagerfähigen Weine zu den ganz Großen.

BARICCI

Der mittlerweile 95-jährige NELLO BARICCI, geboren in Montalcino, hält die Fahne der traditionellen Brunello mit am Höchsten, wurde vom deutschen Insider-Magazin „Merum” unter die drei besten Winzer Montalcinos gereiht, und das mit einem sehr erschwinglichen 2007-er. Der Jahrgang ist mittlerweile natürlich ausverkauft, bei einer Gesamtproduktion von nur 14.000 Flaschen muß man bei kleinen, feinen Weinbauern wie Baricci natürlich immer schnell sein! Die profunde Brunello-Expertin Kerin O`Keefe listet Nello Baricci ebenfalls zu den allerbesten und wichtigsten Winzern.

Sein Weingut „Colombaio di Montosoli” erwarb der ehemalige Landarbeiter 1955 und vermutlich wußte er damals schon, dass er auf goldenem Boden sitzt, kannte er doch das Land um Montalcino wie seine Westentasche. Heute ist Montosoli die Top-Cru von Montalcino, und wer dort Weingärten besitzt bringt eigentlich immer große Brunello auf die Welt (wie den  „Montosoli” von Altesino). 1967 pflanzte er die Weingärten neu aus, und 1976 kam sein erster Brunello (der 1971-er) in den Verkauf. Von der hohen Qualität verblüfft, kauften binnen weniger Monate damals junge Güter wie Altesino und Caparzo alles verfügbare Land auf, diese Betriebe gehören auch heute noch zu den „big players” in Montalcino. Sie sind es auch die unseren geliebten (und mittlerweile gesuchten) authentischen „Terroir-Brunello” die Treue halten, und sich nicht von amerikanischen Marmeladen-Preisrichtern treiben lassen. Bei Robert Parker oder im Gambero Rosso sucht man Bariccis Weine vergebens, um Punkte, Wertungen, Preise und auch die Presse habe er sich nie kümmert ..„Perche?” ist seine simple Antwort auf die Frage warum. Natürlich baut Nello Baricci gemeinsam mit seinem Sohn Graziano und seinem Enkel Federico ganz klassisch für 36 Monate in großen slawonischen Eichenfässern aus, auch wenn der Name Baricci etwas anderes vermuten lassen könnte. Das kleine französische Barrique mit nur 225l Fassungsvermögen wird aber von den Bariccis auf Grund der logischen Holz-Dominanz als „für Sangiovese völlig ungeeignet” nicht einmal angedacht. Auf eine Riserva verzichtet man bewusst, Nello will seine besten Trauben Jahr für Jahr im klassischen Brunello wissen. Zu hoffen ist, dass diese Tradition auf „Colombaio di Montosoli” noch lange fortgesetzt wird. Sein Enkel Francesco Buffi als neuer Kellermeister ist aber am richtigen Weg geblieben!

FULIGNI

Die Familie Fuligni ist über 110 Jahre in Montalcino ansässig. Nachdem ihr Vater früh verstarb, übernahm Dr. Maria Flora Fuligni 1971 den Weinbau, und war damit die erste Frau in solch einer Führungsposition in Montalcino. Sie steht dem Weingut noch immer vor, vertrat bis vor kurzem auch die konservative Ausbau-Methode mit 100% Reife in den großen slawonischen Eichenfässern, ließ sich aber von ihrem Önologen Paolo Vagaggini davon überzeugen die ersten vier bis fünf Monate der Reifung in 500-l Tonneaux vorzunehmen um dem Brunello mehr rote Farbanteile zu geben (dazu mehr von Francesco Illy im Abschnitt WEINE auf dieser website). Erst dann kommt der Brunello für weitere zweieinhalb Jahre in die großen Botti. Fulignis Brunello gehören alljährlich zu den ganz großen Weinen.

CERBAIONA

Der ehemalige Al Italia Pilot DIEGO MOLINARI kam nach seiner Pensionierung 1976 nach Montalcino, erwarb ein winziges Landgut und startete ohne Berater und Önologen seine Gehversuche als Neo-Winzer. Bei diesem „nicht einmischen lassen” von Ausserhalb beließ er es auch, und wurde, zuerst belächelter Einzelkämpfer, zu einem der legendärsten Weinbauern für Brunello. Seine nur rund 8.000 Flaschen jährlich sind gesuchte „Sammel-Objekte”, repräsentieren sie doch ebenfalls den selten werdenden Brunello alter Schule, mit 36-monatigem Ausbau in großen „botti”. Ohne Temperaturkontrolle („Fenster öffnen muss reichen”), ohne Hefen, ohne Filtration und völlig biologisch eben auch ohne Pestizide und Dünger entstehen so Brunello „für die „Ewigkeit”. Der 2006-er wurde dann auch von Robert Parker mit 98 Punkten geadelt, was den medienscheuen Molinari aber nicht sonderlich berührte. Wer Brunello jeneits der 100.-- Euro kaufen kann und will, für den sind die Weine von Cerbaiona eine Empfehlung, und ab und zu auch online erhältlich (zb. beim toll sortierten www.barolobrunello.de) Aus Gesundheitgründen mußten die Molinaris ihr CERBAIONA kürzlich verkaufen, man hört dass es für 5 Mio Euros von einem Stammkunden, Vorstand eines großen US-Konzerns, übernommen wurde. Zum Abschied wurde der 2010-er Brunello mit 100 Punkten von  Antonio Galloni geadelt!

SOLDERA - Casse Basse

Früher in Mailand erfolgreicher Versicherungsmakler, startete GIANFRANCO SOLDERA in den ausklingenden 1970-ern mit dem Erwerb des verlassenen Landguts „Case Basse” seinen unvergleichlichen Höhenflug als Brunello-Erzeuger. Seine Weine gelten als die „Ferraris” von Montalcino und erzielen schwindelerregende Preise.

Aus „Case Basse” hat Soldera gemeinsam mit seiner Frau in den letzten Jahrzehnten einen komplexen ökologischen Garten Eden gemacht, alleine die Sammlung antiker Rosen von Signora Graziella ist einen Besuch wert. Der eigenbrötlerische Perfektionist begann bereits früh mit der Universität für Mikrobiologie in Florenz und anderen Institutionen eng zusammen zu arbeiten, und so entsanden neben großem Wein auch zahlreiche Studien auf Solderas Land. Seinen Brunello baut Gianfanco bis zu fünf (!) Jahre in großen slawonischen Fässern aus, und schafft dadurch ebenfalls Weine „forever”, die alle im Riserva-Bereich angesiedelt sind. Obwohl er aus seinen beiden Weingärten Intistieti und Case Basse trotz Mengenbeschränkung rund 60.000 Flaschen holen könnte, füllt er bei guten Jahrgängen nur 15.000 und in schwierigen Jahren wie 2002 gerade einmal 6.000 Flaschen, derart akribisch geht er mit seinem Traubenmaterial um! Und ist er einmal mit einem Jahrgang überhaupt nicht zufrieden, gibt es in diesem Jahr einfach keinen Brunello, basta! Barriques hält er schlichtweg für Blasphemie. Der „Wine Advocate” adelte ihn zur weltweiten „Wine Personality of the Year 2005”. Im Dezember 2012 öffnete ein wegen Solderas „strenger Hand” frustrierter ehemaliger Mitarbeiter die Hähne sämtlicher „botti”, und vernichtete so 62.000 Liter Brunello aus 5 Jahrgängen mit einem kolportierten Schaden von 8 Millionen Euro. Der Vandalenakt kostet den Täter 4 Jahre Haft. Aus dieser Tragödie heraus entwickelte sich ein Gerichtsprozess den das Consorzio Brunello gegen Case Basse anstrebte, da Soldera eine vom Consorzio angebotene Unterstützung mit für ihn gesammelten Brunello wie folgt kommentierte:„ was soll ich mit solchem Wein? Das wäre Betrug an meine Kunden!” (womit er ja Recht hat, der Richter sah das leider anders. Das Consorzio und auch das Gericht sieht diese Aussage als Rufschädigung für Montalcino.) Soldera trat umgehend aus der Winzer-Vereinigung aus, und eröffnete somit eine weitere Front gegen die mächtige Genossenschaft (die andere Front kommt von 3 biodynamischen Kleinstbetrieben - siehe unten). Seine Weine werden von nun an nicht mehr als Brunello vertrieben, sondern als „Toscana Sangiovese IGT Soldera”. An den Preisen hat sich nichts geändert, im Gegenteil. Bekommt man gnadenhalber einen IGT zugeteilt, muß man mit einem Minimum von 500.-- Euro kalkulieren.

PERTIMALI

Seit Generationen lebten die Sasettis als Bauern in St Angelo in Colle. 1970 übersiedelte LIVIO SASSETTI ihre Landwirtschaft auf das neu erworbene Gut Pertimali, ein Stück nördlich von Montalcino am nun begehrtesten Platz, der Cru „Montosoli”. Erst hier waren sie mit dem Land vollends zufrieden, vor allem mit den vorhandenen Weingärten, die Jahr für Jahr extrem langlebige Brunello hervorbringen, die gut und gern für 30 Jahre lagerfähig sind. Auch auf Pertimali wird 36 Monate in slawonischer Eiche ausgebaut, und in Livios Keller lagern Familien-Brunello zurück bis 1915! Er zählt mit seinen über 80 Jahren zum Urgestein Montalcinos, und sein Sohn führt den traditionellen Weg begeistert weiter. Der amerikanische „Wine Advocate” sagt über Livios Weine: “If I had only one Brunello to drink, it would be Pertimali. This producer has been making spectacular wines since 1982”. Pertimali bekommt für seine Weine durch die Bank für jeden Jahrgang extrem hohe Punktebewertungen bis 96 (über die man immer diskutieren kann, aber dennoch), und das Feine: erschwingliche Preise!

LE PRESI

Die Familie Fabbri betreibt das winzige Landgut seit 1970 und 1978 brachte BRUNO FABBRI seinen ersten Brunello auf den Markt, damals schon eine „Granate” die für viel Hallo sorgte. Daran hat sich nichts geändert, auch nicht als sein Sohn GIANNI FABBRI 1998 das kleine und feine Weingut übernahm. Sein Vater steht ihm bis heute zur Seite, und gemeinsam schaffen sie mit Kontinuität traumhafte Brunello. Gianni Fabbri steht auch an der „Front” gegen die für Viele in Montalcino völlig falsche Politik der Weinbewertung durch Parker & Suckling, die letztendlich dazu führte, dass viele Betriebe einen „modernen”, in Barriques gereiften Brunello keltern, der aber die Authentizität Montalcinos überhaupt nicht repräsentiert. Legendär das durch ihn populär gewordene T-Shirt mit der Aufschrift „oldschool Brunello - yes we can!” Auf der (stillgelegten) website von Le Presi kann man seine Kriegserklärung gegen Suckling nachlesen. Gianni Fabbri ist seit einiger Zeit mit seinem neuen Projekt „RAMONI” im Verkauf, diese Brunellos zu finden ist wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu suchen!

SALVIONI - La Cerbaiola

Als eingesessene Familie in Montalcino genossen die Salvionis früher den einfachen Hauswein seines Vaters, bis GIULIO SALVIONI erkannte in welch großartigem Besitz sie mit den Weinbergen auf Cerbaiola waren (der Keller befindet sich allerdings noch immer MITTEN in Montalcino!). Er begann 1980 die Weingärten zu überholen, den Keller in der Stadt zu modernisieren, und hatte nur ein Ziel: er wollte Montalcinos besten Brunello machen. Dies gelang ihm bereits mit der ersten Auflage 1985, seitdem wird er als einer DER Kultwinzer für Brunello gefeiert, seine Weine sind Monumente und seine 10.000 Flaschen trotz hoher Preise jährlich binnen Kürze verkauft. Mittlerweile sind auch Sohn Giulio und Tochter Alessia im Betrieb, es gibt jetzt „moderne” Errungenschaften wie eine website etc., auf die früher zur Gänze verzichtet wurde. Wozu auch? fragt der Padrone noch immer, der niemals vergößern wollte. Im Keller bevorzugt der Maestro die mittelgroßen Botti mit 20 Hektolitern, die er allerdings alle 10 Jahre wechselt, und hier ist er in Montalcino alleine auf weiter Flur, denn die allermeisten Betriebe schwören auf alte Botti. Allerdings ist die Struktur und Qualität seiner Weine auch relativ einzigartig, selbst in schlechten Jahrgängen - ist DAS vielleicht das Geheimnis?

POGGIO di SOTTO

Noch ein Betrieb dessen Brunello mit Regelmäßigkeit zu den Besten des Jahrgangs gewählt werden. Der Industrielle PIERO PALMUCCI kam erst 1989 nach Montalcino, allerdings begann er schon Jahre zuvor Bodenproben auf verschiedenen Grundstücken der Region zu nehmen, sein Ziel war ganz klar: Weltklasse Brunello! Auch die ausgesteckten Sangiovese-Klone wurden nur auf Grund genauester Bodenanalysen so gewählt. Einige alte Weingärten des Grundstücks wurden integriert, man entschied sich von Anbeginn biologischen Landbau, und gemeinsam mit dem Kult-Önologen Giulio Gambelli wurden die Weine gleich für 4 Jahre in 30 Hektoliter Botti aus slawonischer Eiche ausgebaut. Mächtige Brunello mit einzigartiger Tiefe und dennoch einer offensichtlichen Eleganz waren das Resultat. Die rund 15.000 Flaschen gehen für nicht unter 100.-- das Stück über die Ladentische, dies allerdings schnell wie der Wind. Krankheitshalber hat Palmucci sein Poggio di Sotto erst kürzlich verkauft, die neuen Besitzer versuchen zwar seinem Stil treu zu bleiben, haben aber die Preise enorm angezogen und der aktuell von mir verkostete 2012 schmeckt nicht mehr so ganz nach Palmuccis Handschrift.

In Memoriam +

VASCO SASSETTI war einer der großen alten Winzer im Familienbetrieb und seine Brunello haben Kultstatus. Bekannt war Sassetti aber auch für seinen wunderbaren Käse und seine Wurstspezialitäten, war er doch gelernter Fleischhauer. Er führte den gemischten landwirtschaftlichen Betrieb bis zuletzt mit Begeisterung. Kaum ein Winzer in Montalcino unterzog seine Weine einer derart strengen Selektion wie Vasco Sassetti, und es kam öfter vor, dass er gleich einen ganzen Jahrgang deklassierte und keinen Brunello auf den Markt brachte, dann wanderte die ganze Ernte in den Rosso di Montalcino.  Sassettis Brunello werden für 36 Jahre in großer französischer Eiche und für 18 Monate in der Flasche ausgebaut bevor sie in den Verkauf gehen.

Als er 2009 nach langem Krebsleiden starb, übergab er den Betrieb bestens vorbereitet an seinen Neffen Massimo, der bereits den Jahrgang 2004 selbst verantwortete und dies im besten „Vasco-Stil”

GIANNI BRUNELLI

Gianni stammte aus einer alteingesessenen Familie Montalcinos, die auf ihrem kleinen Bauernhof Le Chiuse auch immer Wein für den Eigenbedarf produzierte. In den späten 50ern, einer wirtschaftlich katastrophalen Zeit in Montalcino übersiedelte die Familie nach Siena, wo der Vater bald verstarb, und die Mutter immer von Le Chiuse träumte. In den 70ern startete Gianni zusammen mit seiner zukünftigen Frau Laura ihre extrem erfolgreiche Gastronomie-Karriere mit der Kult-Osteria Le Logge in Sienas Altstadt, in der Stammgäste wie Gianna Nannini und Sting (der ja ein Landgut in der Toskana besitzt) aus und ein gingen. Schon bald war den Brunellis klar dass sie auf dem hohen Niveau auf dem sie kochten auch einen Hauswein von sehr hohem Niveau wollten, und den selbst hergestellt. 1987 gelang es Gianni den Traum seiner Mama zu realisieren, und den winzigen, alten Familienbesitz Le Chiuse zurück zu kaufen, wo umgehend mit der Produktion von Olivenöl und Brunello begonnen wurde. Die Brunellis erwarben danach noch ein weiteres Stück Land und begannen die Sangiovesetrauben dieser beiden Lagen zu einem großartigen Brunello, ausgebaut in slawonischen Botti, zu vermählen. Nach Giannis Tod übernahm Laura 2008 sämtliche Agenden im Weingut und setzt sowohl hier als auch in der Osteria Le Logge in Siena seine Tradition erfolgreich fort!

GIULIO GAMBELLI ”il grande maestro del Sangiovese”, war eine der wichtigsten Figuren in der toskanischen Weinwelt. Geboren 1925 in Poggibonsi arbeitete er bereits mit 14 am Weingut Enopoli de Poggibonsi, wo er dem Direktor Tancredi Biondi Santi wegen seines ausgeprägten Geschmacksinns sofort auffiel, der ihn - erst 15 Jahre alt - auch umgehend zu seinem Assistenten und Laborleiter (auch auf der Tenuta Greppo) machte. Ab diesem Zeitpunkt widmete sich Gambelli der lebenslangen Studie von Sangiovese, wurde als Konsulent von praktisch allen Weingütern Montalcinos verpflichtet und gab vielen Weinen auf Greppo, Cerbaiona, Case Basse, Il Colle, Il Paradiso di Manfredi, Lisini, Poggio di Sotto und auch auf Montevertine (Chianti Classico) den letzten Schliff. Vor allem aber war er in einer Zeit, in der jedes Weingut mit Cuvees zu arbeiten begann derjenige der die Einzigartikeit eines 100%-igen Sangiovese predigte. Durch seine Kontakte zu hunderten Weinbauern, zum Consortio und anderen Institutionen war es mit auch sein Verdienst, dass der Brunello ein Brunello blieb!

 

Giulio Gambelli bei der Arbeit auf „Il Colle”
Stella di Campalto verwendet statt Traktoren ein Pferd zur Arbeit in ihren biodynamisch bewirtschafteten Weingärten
Francesco Illy - Fotograf, Hippie, Kaffeeröster, Weinbauer, Rebell

Brunello di Montalcino - Quereinsteiger und Rebellen

„Der Griff nach den Sternen” ist geglückt! Astronom und Brunello-Winzer Giuseppe Sesti

Schauspieler, Anwälte, Immobilienmakler, Fabrikanten, Modedesigner - und Astronomen ... die Liste der Neo-Winzer in Montalcino ist lange, interessant und bei den Einheimischen teilweise auch umstritten. So wie deren Weine, manche wild und ungestüm internationalen Trends folgend, haben sich doch einige der Quereinsteiger von der Ruhe, Besonnenheit und traumhaften Natur Montalcinos erden lassen und machen wunderschöne Weine alten Stils!

FRANCESCO ILLY

Wer kennt den Namen ILLY wohl nicht? Deren in Triest beheimatete Rösterei zählt zu den Ferraris der Kaffeewelt, und an Wein waren die Illy-Brüder schon immer interessiert. 1995 kaufte Francesco Illy die halb verfallene „Podere Le Ripi” und pflanzte seine ersten Weingärten. Nur 20 Jahre später setzt er völlig neue Maßstäbe in Montalcino. Sein Gut ist ein Demeter-Betrieb und seine neuen Weingärten, die er „Bonsai” (wie den gleichnamigen Wein daraus) nennt, sind dabei die Weinwelt zu revolutionieren. Er setzt auf 1 Hektar unglaubliche 62.500 Weinstöcke, an denen nur jeweils eine Frucht gereift wird und natürlich gibt es da nur mehr Handlese, die sehr vorsichtig erfolgen muss. Der Ertrag und vor allem das Ergebnis sind umwerfend. Das Traubenmaterial wird von Hand gerebelt - der Wein ist ... KULT! Ebenso wie sein Brunello „Lupi e Sirene”. 2008 kauften die Illys auch das legendäre Brunello-Gut Mastrojanni.

SESTA DI SOPRA

Eines der besten Beispiele für einen gelungenen Quereinstieg sind Ettore und Enrica, die 1980 das kleine verfallene Anwesen rund um einen alten Wehrturm aus dem 13. Jhdt zu rennovieren begannen. Zuerst wurden die Olivenhaine wieder aufgepäppelt (ihr Öl hat Kult-Status!), dann zwei Hektar Weingärten ausgepflanzt. Mittlerweile zählt ihr Brunello, von dem es meist nur 5.000 Flaschen gibt zu den allerfreinsten Weinen Montalcinos! (Ihr Freund Giancarlo Pacenti stand übrigens von Anfang an beratend zur Seite)

SESTI

Ganz der alten Schule verpflichtet hat sich der schreibende Astronom GIUSEPPE SESTI, der mit seiner damals jungen Famile 1975 das halbverfallene Castello die Argiano kaufte und zu rennovieren begann (nicht zu verwechseln mit dem alteingesessenen Brunello-Betrieb „Argiano” in Nachbarschaft). Er war zu dieser Zeit mehr oder weniger der einzige Ansässige, der gut Englisch sprach, und in den ausklingenden 1970ern begannen ihn die damals ins internationale Rampenlicht rückenden Weingüter als Dolmetscher zu engagieren. Für Sesti neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit eine willkommene Abwechslung, die immer in einem opulenten Mahl und der Verkostung der allerbesten Brunello mit Journalisten, Önologen, Importeuren aus der ganzen Welt endete. Ende der 1980er erkannte er plötzlich, dass er ja selbst wundervolles Brunello-Land besaß und pflanzte 1990 seinen ersten Weingarten aus. In den gut 10 Jahren als Dolmetsch eignete er sich natürlich auch ein Wissen über Kellertechnik, Trauben usw an und die aufgebauten Verbindungen zu praktisch allen Winzern und Önologen vor Ort kamen ihm jetzt mehr als zugute. Es ist wohl keine Überraschung dass Giuseppe Sesti am Weingut gemeinsam mit seiner Tochter Elisa biodynamisch und nach den Mondphasen arbeitet, und seine kraftvollen Brunello nach den alten Methoden für gleich 48 Monate (die Riserva 60 Monate!) in großen slawonischen Fässern ausbaut.

STELLA di CAMPALTO

Eine weitere Geschichte wie im Märchen ist der Aufstieg der bildhübschen Winzerin, die durch eine Tarot-Karten lesende Tante auf staatliche Förderungen für Jungunternehmer aufmerksam wurde, die in der Weinwirtschaft durchstarten wollten. Den uralten Bauernhof im Süden von Montalcino bekam sie zur selben Zeit als Hochzeitsgeschenk vom Schwiegervater. Mit ihrer Tante im Schlepptau fuhr sie nach Siena, um nur wenige Stunden später mit einem wahren Lottosechser nach Hause zu fahren: einer Förderung für 13,5 HA Weingärten auf Ihrem Land UND der Klassifikation für 10 HA davon als Brunello di Montalcino. Sie übersiedelte 1998 mit ihren kleinen Kindern von Milano auf den verfallenen Bauernhof, den sie zu restaurieren begann und pflanzte ihre ersten Reben. Das Schicksal war ernuet auf ihrer Seite, denn kein Geringerer als Piero Palmucci vom legendären Gut „Poggio di Sotto” war ihr Nachbar und wurde ihr Mentor. Nach einigen Kursen als Sommeliere und Schulungen in Bordeaux beschloss sie ihren Betrieb biodynamisch zu führen und nach nur wenigen Jahrgängen gelang es Stella sich mit ihren wirklich großartigen Brunello in der „Elite” zu etablieren. Ihr nach Steiner Richtlinien geführtes winziges Demeter-Gut San Giuseppe hat sich mit den Kollegen von Pian dellÒrino und Salicutti bewusst vom Consorzio del Vini Brunello gelöst, da dieses nur die Interessen der großen Fattorien unterstütze, und auf die Mehrheit der Kleinbetriebe nicht eingehe (66% aller Weinbaubetriebe Montalcinos sind kleiner als 5 Hektar). Im Weingarten verwendet sie keine Traktoren, um die Lebewesen in den Böden nicht zu schädigen, anstelle kommt ihr Pferd zum Einsatz! Für den Ausbau verwendet Stella französische Eichenfässer mit 15 und 17 Hektoliter. Ihre 7.000 Flaschen sind, trotz für eine Newcomerin mit 80.-- nicht mehr günstig, binnen Kürze ausverkauft.

SIRO PACENTI

GIANCARLO PACENTI gilt als der große Erneuerer des Brunello, und ist auch einer der wirklich wenigen jungen Winzer, die die Sangiovese Grosso-Trauben optimal mit französischen Barriques vermählen. Seit er den Betrieb 1988 von seinem Vater Siro übernommen hat, blieb kein Stein auf dem anderen, und sein beeindruckender unterirdischer Keller gehört zu den modernsten in Italien. Große Holzfässer sucht man hier vergebens, Giancarlo baut zu 100% in kleinen Barriques aus - und ER kann das, seine Weine werden auch von Traditionalisten geschätzt, ja er hat es geschafft es ALLEN Recht zu machen, er ist derzeit Montalcinos „everybodys darling”. Seine dichten und dennoch eleganten Brunello sind bereits im höheren Preisniveau angesiedelt (für Pacenti-Einsteiger gibt es seinen „kleinen” Brunello Pelagrilli noch um ca 40.--), ebenso wie in den ganz hohen Auszeichnungsrängen und Jahr für Jahr mit höchster Qualität kurz nach dem Verkaufsstart ausverkauft.

L`AIETTA

Der jüngste und kleinste Betrieb in Montalcino wird vom ebenso jungen FRANCESCO MULINARI geführt. Während seiner Zeit an der Uni kam er mit seiner Familie regelmäßig zum Picknick in einen kleinen steilen Garten westlich der Stadtmauer der mit Olivenbäumen und altem Wein bewachsen war. Francesco verliebte sich in das Stück Land, sein Vater kaufte den 100 Jahre alten Weingarten und erst 2004 pflanzte er seine neuen Reben aus. Da auf der terrassierten und extrem steilen und felsigen Lage nicht einmal Pfosten und Pflöcke eingeschlagen werden konnten „erzieht” Francesco seine Weinstöcke nicht, sondern lässt sie als Büsche wachsen (wie ja vor langer Zeit ohnehin üblich). Biodynamisch geführt und für 36 Monate in slowenischen „Botti” ausgebaut, erzielte er bereits mit seinem ersten Brunello erhebliches Aufsehen, die nicht einmal 2.000 Flaschen sind natürlich im Handumdrehen verkauft.

 

FONTERENZA

Die Zwillingsschwestern Francesca und Margherita kamen als Mädchen 1976 erstmals auf das 500 Jahre alte kleine Landgut Fonterenza, wo ihre Eltern bei der Weinlese halfen, und es sollte eine Begegnung fürs Leben werden, denn sie kehrten immer wieder zurück, bis Margherita als erste nach St. Angelo in Colle übersiedelte und mit der Arbeit in den Olivenhainen von Fonterenza als Quereinsteigerin begann. 2 Jahre später kam Francesca nach und von da an war klar dass sie als Bio-Bäuerinnen arbeiten wollten. Sie pflanzten ihre ersten Weinstöcke aus, bewirtschafteten die Weingärten von Beginn an händisch und biodynamisch und brachten 2004 ihren ersten Brunello in die Flaschen. Weingartenarbeit, Flaschenfüllung etc. erledigen sie alles selber. Aus nunmehr gesamt 4,2 Hektar Weingärten ernten die Zwillinge wundervolles Traubenmaterial, welches in großen Botti für bis zu 40 Monate zu einem gewaltigen Brunello reift und rund 5.000 Flaschen für den Verkauf ergibt. Von ihren über 1.000 Olivenbäumen gewinnen sie zudem auch verschiedene hochwertige Öle.

 

CASANOVA di NERI

Mit 55 Hektar Rebfläche auf 350 Hektar Gesamtfläche (es wird auch feines Olivenöl erzeugt) und ca 250.000 Flaschen Brunello gehört GIOVANNI NERI schon zu den Großen in Montalcino, und das war auch sein Ziel, als er das Weingut 1971 gründete. Der Sunnyboy war immer ein „Hans Dampf in allen Gassen”, und erkannte schnell „woher der Wind weht”, wenn man große Flaschenmengen verkaufen will und muss, nämlich aus den USA, die auch sein größter Markt geworden sind. Trotz einer Dominanz von Barriques im Keller und auch mehrmaliger Nennung seines Namens beim „Brunellogate”-Skandal sind seine Brunello wundebare Weine. Höchstnoten in allen internationalen Medien bestätigen dies. Als ich 1989 das erste Mal in Montalcino war, empfahl er mir in der „Fiaschetteria” verschiedene Weine und  hatte kurze schwarze Haare, jetzt sind sie noch immer kurz aber grau - oh Lord ... wie die Zeit vergeht!

IL MARRONETO

Der römische Anwalt Giuseppe Mori erwarb 1974 das kleine Gehöft an der nördlichen Ausfahrt von Montalcino und vorerst wurde Wein nur in Kleinstmengen für die Familie gemacht. Sein Sohn Alessandro, ebenfalls Anwalt beschloss dann 1994 Weinbauer zu werden, sperrte seine erfolgreiche Anwaltskanzlei und verfiel mit Haut und Haar den Sangiovese-Trauben! Seine absolut traditionelle Herangehensweise an den Brunello entwickelte „Il Marroneto” in Windeseile zu einem der beständigsten und gesuchtesten Weingüter in Montalcino und bescherte ihm heuer für seinen 2010-er Brunello sensationelle 100 Punkte von Robert Parkers „Wine Advocate” und 99 Punkte von Kerin O`Keefe für den „Wine Entusiast”. Mori baut seine tollen Brunello bis zu 41 Monate in großen Botti aus und gehört zu den wenigen Weinbauern die keine Riserva anbieten, da er sein bestes Traubenmaterial immer in seinen beiden Brunello Annata wissen will.

Brunello di Montalcino - die Felsen in der Brandung

Offelio Fattoi

Brunello-Weingüter, die - so scheint es - „schon immer” da waren (und einige sind es ja), und mit absolut beständiger Qualität verlässliche Galliosfiguren beim weltweiten Eroberungszug der in wunderbaren Saft verwandelten Sangiovese Grosso Trauben waren und sind.

CAPANNA - FATTOI

einer meiner Lieblings-Brunello, vom unspektakulären, sehr geerdeten Familienbetrieb der Fattois, die auch gutes Öl und Getreide erzeugen und Viehzucht betreiben. Nur wenige tausend Flaschen ihres unfiltrierten biologischen Weins kommen in die Hände der glücklichen Käufer. Unbeeindruckt von Parker- und sonstigen Punktewertungen keltern Padrone Offelio Fattoi und seine Söhne Leonardo und Lamberto grundsolide Brunello mit konstanter Qualität und zu vernünftigen Preisen! Ich erinnere mich noch an einen Besuch am Weingut Ende der 90-er, es hatte an diesem Tag knapp 40°, ich kam kurz nach Mittag und mußte (oder durfte!) alles mögliche kosten, wegschütten kommt bei Brunello ja nicht über mein Herz, und so war die Hitzewand nach dem Kellerbesuch umso heftiger! Die Fattois treten übrigens auch für die Schaffung von Subzonen ein!

ALTESINO

Auch hier wurde ich immer ohne Voranmeldung sehr freundlich empfangen, konnte in Ruhe  verkosten, und bin aber auch nie ohne EInkauf abgedampft. Der Palazzo Altesi aus dem 15 Jhdt war bis 1970 im Besitz der Adelsfamilie Tricerchi und wurde mit dem Verkauf an den aus Milano stammenden Kindermode-Erzeuger Giulio Consonno von diesem in einen Brunello-Vorzeigebetrieb verwandelt (soviel ich zählen kann, stellen Mailänder Investoren überhaupt den größten Anteil an „Fremden” in Montalcino). Altesino wurde nach Consonnos Tod 2002 von der ehemaligen Film-Produzentin und Pharmaindustriellen Elisabetta Gnudi Angelini gekauft, zu dieser Zeit schon Besitzerin des nebenan liegenden Topweinguts Caparzo und der Fattoria Borgo Scopeto im Chianti Classico. (Vor wenigen Jahren gründete sie noch einem 500 Hektar großen neuen Betrieb in der Maremma). Mit großen Investitionen und viel Liebe führte sie die beiden Güter in Montalcino, die erst mit dem deal von 1970 getrennt wurden, wieder zusammen. Es war aber Consonno, der 1975 mit dem ersten Brunello Montosoli die Idee der Lagenweine in Montalcino etablierte. Der Montosoli blieb auch bis heute unter dem seit 1972 ständigen Direktor des Guts, Claudio Basla, das Flagschiff des Hauses, ist konstant in den allerhöchsten Punkterängen zu finden (98 vom Wine Spectator!) und für einen Cru-Wein erfreulich wohlfeil! Ausgebaut wird der Brunello auf Altesino traditionell in slawonischen „Botti”, Barriques verwendet man ausschließlich für die Supertuscans. Mit 35 Hektar Weingärten und 250.000 Flaschen Jahresproduktion zählt Altesino zu den großen Betrieben der Gegend.

Basla war übrigens Consonnos Prokurist in Mailand und für sämtliche Kindermode-Shops in Nord-Italien verantwortlich, auf einer Geschäftsreise 1972 nach Rom stoppten die beiden in Montalcino, und beschlossen spontan das Land rund um Montosoli zu kaufen. 1975 hängte Basla die Mode an den Nagel (wie treffend) übersiedelte nach Montalcino und stieg als Autodidakt in den Weinbau ein, zu einer Zeit als man in der Stadt jeden Fremden mit offenen Armen empfing, und Land, egal wie groß, noch zu guten Preisen bekam, war Montalcino in den 1970-ern doch eine der ärmsten Gegenden der Toskana!

CONTI COSTANTI

Noch gut in Erinnerung ist mir eine ganz feine Verkostung mit Freunden am Weingut der Familie Costanti im Jahre 2002, von dieser Zeit habe ich noch immer 1997-er Brunello im Keller!

Die Wurzeln der Familie gehen weit zurück ins 16 Jhdt, als die Grafen Costanti vor den Florentinern und Spaniern aus Siena flüchten mußten, um sich im befestigten Montalcino zu verschanzen, wo sie auch bis heute blieben. Mit den Biondi Santis sind sie die Familie, die bereits im 19.Jhdt auf der Weinausstellung Siena einen 5-jährigen Wein namens Brunello vorstellten! In den frühen 1960-ern war der Brunello aus dem Hause Costanti nur bei Freunden und in einem sehr exclusiven Zirkel des Rotary Clubs zu bekommen, bis man dem Druck der Fragen nach dem Wein nachgab und als einer der ersten Betriebe in Montalcino Brunello kommerziell in Flaschen füllte und vertrieb, dies aber in einer verschwindend kleinen Menge. Auch heute werden gerade einmal nur 30.000 Flaschen gefüllt, diese zählen aber zum wirklich Allerfeinsten, was Montalcino an Weinen hervorbringt! Andrea Costanti ist einer der ganz wenigen erfolgreichen „Gratwanderer” was den Ausbau von Brunello betrifft. Obwohl tief in der Tradition verwurzelt, gibt er seinen Wein zuerst für 18 Monate in Barriques und Tonneaux (500 Liter Fässer), und danach weitere 18 Monate in die traditionellen großen slawonischen Fässer. Beeindruckend ist die Lagerfähigkeit der Costanti-Weine, sein 1997-er aus meinem Keller schmeckt immer noch jugendlich, und Kerin O`Keefe hat bei einer vertikalen Verkostung zurück bis 1965 keinen fehlerhaften Wein getrunken, ja sie meint sogar der 1967 war der Beste!

COLLEMATTONI

Dieser winzige Betrieb ist mir bereits bei meinem ersten Besuch in Montalcino 1989 aufgefallen, er war damals einer der ganz „Jungen”, erst 1982 gegründet und seither sind die Buccis konstant auf der Karriereleiter hinauf geklettert, Ihre Brunello zählen zu den Klassikern, werden 36 Monate in großen Botti ausgebaut und repräsentieren den „echten” Brunello wie man ihn sich wünscht. Von meinem letzten Besuch der Familie Bucci habe ich noch wenige Flaschen im Keller, ein 1997-er wurde beim Brunello-Fest 2013 in meinem Garten geöffnet.

BIONDI SANTI

zu Italiens berühmtesten Weingut wurden schon Bücher geschrieben, dennoch in Stichworten: die Familie gibt eine Garantie (!) auf die Haltbarkeitsdauer ihrer Brunello, beim Brunello Annata sind dies 50 Jahre und beim Brunello Riserva 100 Jahre. Das ist in der Welt des Weins einzigartig!

Vom Familiensitz, der Tenuta Greppo hat man einen wunderbaren Blick hinüber auf Montalcino, den ich auch schon genoß, als ich Greppo besuchte. Das Weingut wurde 1840 von Clemente Santi gegründet und von seiner Tochter Caterina Santi und ihrem Mann Jacopo Biondi weiter ausgebaut. Ihr Sohn Ferrucio führte Großvaters Bemühungen hochwertige Sangiovese-Reben zu selektionieren fort und „erfand” die hauseigene Varietät Brunello, mit der er 1888 erstmals einen trockenen Rotwein produzierte, der auch unter dem Label Brunello in die Flasche kam ( Flaschen dieses Jahrgangs liegen noch im Keller der Tenuta Greppo!). Ab diesem Zeitpunkt waren die Biondi Santis in Montalcino für die nächsten 60 Jahre die Einzigen, die Brunello regelmäßig in Flaschen kommerziell vertrieben. Von 1917 bis 1970 führte Tancredi Biondi Santi die Geschäfte, nach seinem Tod übernahm sein Sohn Franco Biondi Santi die Leitung. Auch er blieb der Linie des Großvaters treu, es wurden die selben slawonischen Botti verwendet wie immer, im Keller gab es keinerlei Neuerungen, alles blieb beim Alten, und der Wein, mittlerweile bereits eine weltweite Ikone, blieb derselbe. Was allerdings schon immer auf Greppo gemacht wurde, war eine rigorose Mengenbeschrenkung der Trauben, und ein kompletter Verzicht auf Düngemittel und Pestizide. Aus 23 Hektar Weingärten kommen nur ca 50.000 Flaschen Brunello Annata und in ganz besonderen Jahren noch rund 8.000 der gesuchten und teuren Riserva. Die extrem aufwendige Riserva wurde mit bis zu sechsjährigem Ausbau in großen Botti zum Monument des italienischen Weins und ist in der Haltbarkeit unerreicht. Biondi Santis Brunello haben natürlich ihren Preis, ist man clever genug sich mit Jahrgängen zu beschäftigen, kann man mit ein paar Kisten Riserva innerhalb von 10 Jahren allerdings ziemlich gutes Geld verdienen! Die Riserva von 2006 kostet derzeit ca 350.--, die Riserva von 1995 steht bei ca 700.--

Die „Grand Dame” von Montalcino: Elisabetta Gnudi Angelini, Besitzerin von Altesino und Caparzo

Brunello di Montalcino - die Riesen

IL POGGIONE

Eines der fünf größten Weingüter Montalcinos, und dennoch eines der Interessantesten und vor allem mit enorm hohem Qualitätsstandard. Zusammen mit Biondi-Santi und Frescobaldi begann die Familie Franceschi im späten 19 Jhdt Brunello zu keltern, und ist somit voller Geschichte um diesen Wein. EIn Brunello von Il Poggione ist extrem langlebig, absolut traditionell, bereits jung antrinkbar und zudem auch noch sehr günstig! Auf rund hundert Hektar werden in Summe 450.000 Flaschen Brunello, Riserva und Rosso erzeugt. Auf über 40 Hektar Olivenplantagen gewinnt man zudem ca 10.000 Flaschen Olio extra Virgine der Spitzenklasse.

COL dÒRCIA

Trotz seiner Dimensionen wird die drittgrößte Fattoria Montalcinos unter Graf FRANCESCO MARONE CINZANO biodynamisch bewirtschaftet und wie ein Familienbetrieb geführt, was nach der Handlese aller 140 Hektar (!) bis zur handverlesenen Traubenselektion geht, für die Größe eines solchen Weinguts sicherlich eine Seltenheit, die sich aber in der konstant hohen Qualität der Weine niederschlägt. Die Ländereien wurden von den Cinzanos erst 1973 von der Familie Franceschi erworben, die damit ihr „Il Poggione” wesentlich verkleinerten. Mit viel Einsatz auch in der Forschung und Analyse gemeinsam mit der Universität Florenz, eigenen Sangiovese-Klonen, sorgfältigster Weingartenarbeit und traditionellem dreijährigen Ausbau in großen „Botti” enstehen wunderschöne, äußerst günstige Brunello, und die großartige Riserva „Poggio al Vento”. Graf Cinazano ist aktuell dabei die komplette Brunello-Appelation in ein Bio-Paradies verwandeln zu wollen. Es sollen - nach seinem Bestreben - ALLE Betriebe Montalcinos, also auch Fleischhauer, Gärtner usw. auf biologischen Landbau umstellen!

CAPARZO

Aus 90 Hektaren Weinberge kommen eine Menge Flaschen Brunello, deshalb verbinden viele Leute, die sich nur oberflächlich für italienischen Wein interessieren Brunello sofort mit dem einfachen grünen Etikett der Tenuta Caparzo, ist dieser grundsolide Brunello doch auch oft in der gehobenen Gastronomie und bei vielen Weinhändlern und Vinotheken zu finden. 1970 beschlossen einige wohlhabende Freunde aus Mailand, unter ihnen Nuccio Turone und Carlo Cignozzi (heute in Montalcino der Eigentümer des Bio-Weinguts „Il Paradiso di Frassina”) ihren eigenen Wein zu machen, kauften gutes, damals billiges Land in Montalcino, begannen wirklich feinen Wein zu keltern und wurden im Handumdrehen zu einem der führenden Brunello-Produzenten. Wein von Caparzo war zwar nie wirklich schlecht, die Qualität schwankte aber in den 90-ern stark. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde Caparzo von Altesino-Besitzerin Elisabetta Gnudi Angelini erworben, generalsaniert und wieder an die Spitze der Musterbetriebe herangeführt.

FATTORIA DEI BARBI

Die Colombinis sind seit 1790 in Montalcino und gehören mit den Biondi Santis und den Franceschis zu den drei Familien die im späten 19 Jhdt den Brunello mit entwickelten. Ihr blaues Familienwappen auf den Flaschen ist seit 1892 wohl eine der weltweit bekanntesten „Signations” für Brunello di Montalcino. Barbi-Brunello war immer ein solider und ehrlicher Wein, in den letzten Jahren hat Stefano Cinelli Colombini allerdings nochmals einen großen Qualitätssprung gemacht und seine Weine zuletzt im absoluten Spitzenfeld Montalcinos positionieren können. Der Ausbau erfolgt die ersten Monate in kleineren bis mittleren Fässern und danach für mindestens zwei Jahre in großen Botti. Aus rund 70 Hektar Weinbergen kommen ca 200.000 Flaschen Brunello in den Verkauf.

CASTEL CIOCONDO - MARCHESI de FRESCOBALDI

Das alte toskanische Adelsgeschlecht ist  seit über 700 Jahre mit Weinbau beschäftigt, ihr Abenteuer in Montalcino begann aber erst 1989 mit der Übernahme des zweitgrößten Weinguts der Gegend. Auf 152 Hektar stylt man Weine, die auch geschmacklich eher für den amerikanischen Markt in Barriques ausgebaut werden. Entweder war James Suckling im Vorjahr schwer „angetschechert”, oder die Frescobaldis haben tatsächlich ein Wunder vollbracht, Tatsache ist, das Suckling ihren 2010-er Brunello als besten Wein Italiens bewertet hat. Der 2009-er den ich verkostet (und weg geleert) habe war fürchterlich.

BANFI

Als 1977 das italo-amerikanische Brüderpaar MARIANI, das durch den Import von billigem Lambrusco und Valpolicella ein Vermögen in den USA machte, mit einem Helikopter in Montalcino landete, um das Weingut „Poggio a la Mura” zu kaufen, wurde ein völlig neues Kapitel in der Toskana aufgeschlagen. Mit dem Ziel italienischen Wein von nun an in Amerika auf einem höheren Qualitätslevel zu verkaufen, erwarben sie eine Menge Land und bauen auf insgesamt 2.900 Hektar Sangiovese und andere Sorten im großen Stil an. Sie gehören damit zu den größten europäischen Weinfabriken, und besitzen in Montalcino die modernste High-Tech-Kellerei der Welt. Insgesamt erzeugt man auf Banfi über 10 Millionen Flaschen Wein! Obwohl bei Sangiovese-Liebhabern sehr umstritten, war es ihre Exportpolitik nach Amerika, die Brunello erst weltweit bekannt machte. Heute ist das Castello Banfi ein gigantisches Brunello-Disneyland, und zum Großteil von organisierten amerikanischen Reisegruppen besucht, die mit einem extrem überteuerten Degustations-Menü um 200.-- und in einem ebensolchen Hotel am riesigen Weingut um ihre Dollar erleichtert werden, und dann noch grinsend den von „Weinpapst Parker” hofierten High-Tech Massen-Brunello kistenweise nach Hause verschiffen lassen. Fein, solange die übergewichtigen Ahnungslosen nur unsere „kleinen Feinen” unangetastet lassen. Ach ja .. auf Banfi baut man mit Vorliebe in Barriques aus, und tritt dafür ein, dem Brunello Cabernet, Merlot und Syrah zumischen zu dürfen ... und ja, BANFI war in den „Brunellogate”-Skandal verwickelt, sie waren einer der ganz wenigen Betriebe, bei denen die Staatsanwaltschaft eben Merlot im Brunello gefunden hat, hauptsächlich um den Wein für die amerikanischen Konsumenten „runder” zu machen (warum ist man nicht gleich beim Lambrusco geblieben?). Auch Antinori und Frescobaldi, die ebenfalls massiv nach USA exportieren „versüßten” ihre Brunello, sehr viel mehr war dann aber auch schon nicht mehr mit „Brunellogate.

Auf Col dÒrcia macht man nicht nur wunderschönen Brunello, sondern richtet auch exclusivee Bugatti-Treffen aus!

Prieler/Triebaumer - die Hebammen des Weinwunderkinds

ET mit seinen Hendln und einem Mangaliza-Fadl

Nachdem man nicht alle Tage mit zwei der wichtigsten österreichischen Winzer innerhalb von nur einer halben Stunde zusammen trifft, ohne dies vorher geplant zu haben (uns so geschehen am 14.5. in Schützen und Rust - Dank sei dem Herrn!) nehme ich diese Zusammenkünfte als Anlaß für ein kurzes Doppelportrait der beiden gentlemen ...

Ernst „ET” Triebaumer und Engelbert „Bertl” Prieler, beide sind Lichtgestalten des österreichischen „Weinwunders”, beide sind bodenständige Winzer mit Herz und beide haben, nachdem sie ihre Weingüter fest im Olymp der internationalen Weinwelt verankerten, ihre Top-Betriebe auch mit in die Hände ihrer Kinder gelegt.

Gaben Engelbert und Irmgard Prieler bereits kurz nach der Übergabe der gemischten Landwirtschaft an sie eben diese auf, und gründeten schon frühzeitig, und damals in der Gegend unüblich, ein reines Weingut, so blieb man bei den Triebaumers der gemischten Landwirtschaft bis heute treu, und neben grandiosen Weinen tummeln sich Mangaliza Schweine am Hof, das Freilandgemüse geht wie die Manags in die Feinkostproduktion, und ET himself, der Schöpfer des vermutlich legendärsten österr Rotweins - Blaufränkisch Mariental, ist am Hof der Herr über 100 Hendln, und hier nimmt man den Begriff „Freiland” wörtlich!

Die beiden charakterstarken Darsteller haben ebensolche Weine geschaffen, weit entfernt vom - mit Ausnahmen - mittlerweile ins Austauschbare gleitenden großen Rest der österreichischen Spitzen-Betriebe, die natürlich sehr gute Weine höchster Qualität machen, keine Frage, aber eben sehr „stylish”, modern und „für den Markt”! Auf diesen haben ET und Bertl eigentlich immer gepfiffen, IMMER ihre ureigenen Wege eingeschlagen - und Weingeschichte geschrieben. BF Goldberg und BF Mariental sind Monumente.

Beide haben bereits vor dem Weinskandal große Weine geschaffen, der Glykol-„Ausrutscher” anderer Herrschaften und der damit verbundene „Fast-Kollaps” der österreichischen Weinwirtschaft wurde aber von beiden Betrieben als „Gunst der Stunde” genutzt um absolut Vollgas zu geben, und vielen Anderen weit voraus zu eilen. Mit Leuten wie Jamek, Kracher, Stiegelmar, Kollwentz, Pichler bildete man die Phalanx des „österreichischen Weinwunders”, und voll zu Recht können beide sich als die Hebammen dieses Wunderkinds, das jetzt erwachsen wird, bezeichnen. Alles andere ist wohlbekannt oder auf www.prieler.at und www.triebaumer.com nachzuforschen. Tip: Blaufränkisch „Oberer Wald” 2007 von Triebaumer,  und - noch streng geheim - Georg Prieler bringt ebenfalls einen Blaufränkisch Mariental auf den Markt, die Fassprobe vom Dienstag war spektakulär! Somit greift man im Hause Prieler künftig neben dem „Goldberg” mit einem zweiten Flagschiff an!

P.S.: was die Allerwenigsten wissen dürften: ET ist bekennnender Bob Marley-Fan, und Bertl Prieler liebt „meine” irischen Bands und läßt kein „Irish Christmas Festival” in der Cselley Mühle aus! (was uns schon so manche Magnum beschert hat - Verbeugung!)

 

Der Doyen des BRUNELLO ist tot!

Am 7. April 2013 ist der große FRANCO BIONDI SANTI, Weinaristokrat aus Montalcino, im Alter von 91 Jahren verstorben.  Er war der Patriarch des großartigen Weinguts IL GREPPO und viele Kenner bezeichnen ihn auch als Erfinder des „wirklichen” Brunello, einem der gesuchtesten Weine dieser Welt. Wer einen Biondi Santi in seinem Keller lagert besitzt einen Schatz, können Weine dieser Fattoria doch gut und gerne weit über 50 Jahre reifen. Dies hat natürlich seinen Preis, aktuelle Jahrgänge aus dem Haus sind kaum unter 100.-- zu bekommen, allerdings auch ein wirkliches Erlebnis, und zählen IMMER zu den allerbesten Brunellos aller Jahrgänge!

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Der Rockstar

Meine persönliche Entdeckung des Jahres ist der amerikanische Kultwinzer CHARLES SMITH. 2009 wurde der Freigeist und Quereinsteiger sogar zum „Winemaker of The Year” in den USA gekrönt, einer der Höhepunkte eines turbulenten Lebens.

Der gebürtige Kalifornier lebte viele Jahre in Europa, managte Rockbands, und verliebte sich über die Jahre in die europäische Kultur, und vor allem den Wein. Zurück in den USA liess er sich in Walla Walla, Washington, nieder und startete als Audodidakt sein erstes Weingut „K Vinters”. Von Anfang an folgte er seinem Leitspruch „it`s only booze, drink it”, und kreierte monumentale, aber sofort zugängliche Weine, die ab der Stunde 0 mit unverkennbaren Labels von der Design Direktorin von „Levi Strauss & Co.” Rikke Korff, ausgestattet wurden, und eher wie die Schallplatten-Cover einer Rockband daher kommen, als ein Weinetikett.

Auch die Namen seiner Weine sind sehr griffig, seien es der „Boom Boom” Shiraz, der „Kung Fu Girl” Riesling, oder der „Holy Cow” Merlot

Innerhalb weniger Jahre stieg Smith zur Winzer-Legende auf, dessen Top-Geräte dem „Weinpapst” Parker unglaubliche 99 Punkte wert sind!

Ich habe soweit mal die Rotweine seiner neuen Vinery „Charles Smith Wines” verkostet, alle im Bereich von 14.-- bis 22.-- Euro, sofort antrinkbar, keine Karaffe nötig, und ab dem ersten Schluck ein wirkliches Vergnügen. Aktuell warte ich auf den sehr sehr raren „The Hustler” im obersten Smithschen Preisgefüge um 160.-- und auf den Top-Syrah „K Syrah Pheasant Vineyard”. Vom gesuchten „Hustler” wurden nur 6 Barriques gemacht, und er zählt zu den besten Weinen von „K Vinters”, manche Kritiker meinen er zählt zu den besten Weinen der Welt:

„...only the second time The Hustler has been made, this spent 38 months in barrel. All the fruit is sourced from the Morrison Lane vineyard. Port-like and amazingly concentrated, it’s about as far as a dry wine can go and show fruit that is not buried in new oak. Here the fruit is a dark blend of berries and cassis; there is a dense layer of chocolate and earth underneath, with a finish loaded with baking spices. “ This is the best wine I have ever tasted in my life.”  WINE ENTHUSIAST

 

Na, ich bin echt gespannt, und werde an dieser Stelle berichten!

 

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Neueste Kommentare

23.08 | 21:30

Gratuliere!! Allesamt wunderbare Weine!

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28.06 | 13:15

Mein Lieblings-Weingut ist Fattoi. Super schöner Brunello und super nette Leute. Im Oktober bin ich wieder da.

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28.06 | 13:12

Hallo Hasi,
ich habe unser Womo wieder mit Vino vollgeladen.30 Kisten v. Baricci,Le Potazzine,Piccolomini,Ten.di Sesta,Fattoi,Lisini,Biondi Santi+Poggio di Sott

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26.05 | 14:16

Das ist es wohl: das Leben voll auskosten, weil es durch nichts anderes ersetzt werden kann. Hingabe an das Schöne, der Brunello als Gottesbeweis für Agnostiker

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